GESUNDER WHS

Wiener Hauskrankenpflege Gesundheitszirkel

Ein Bericht von Dr. Wolfgang Weismüller, ärztlicher Leiter und Arbeitsmediziner und Mag. Dr. Andreas Olbrich – Baumann, Arbeitspsychologe beim WHS

Der Gesundheitszirkel des WHS nahm seine Arbeit am 18.12.2008 auf. Bei dieser ersten informellen Sitzung, bei der Dr. Olbrich-Baumann, Dr. Weismüller, Karin Kriz und Martin Prin teilnahmen, wurden die Ziele des Gesundheitszirkels und die Vorgehensweise bezüglich Öffentlichkeitsarbeit festgelegt.

Die TeilnehmerInnen des Gesundheitszirkels gehen aktiv auf VertreterInnen der einzelnen Berufe zu und suchen motivierte TeilnehmerInnen aus den Bereichen FA, DGKP, HH und Innendienst, die die Problemfelder des gesundheitsschädlichen Verhaltens kennen und auch kreative Vorschläge einbringen können. Bei offiziellen Veranstaltungen wurden somit Fr. DGKS Judith Pollak, HH Elfriede Kirchler und DGKP Roland Schröder angesprochen und zum Zirkel eingeladen.

Die erste Sitzung

Die erste erweiterte Sitzung fand am 15.01.2009 von 14 h bis 16 h statt. Bei dieser Sitzung wurden die Modelle des Gesundheitszirkels besprochen und in weiterer Folge wird das Düsseldorfer Modell des Gesundheitszirkels im WHS angewandt. Im Düsseldorfer Modell setzt sich der Gesundheitszirkel aus einer heterogenen Gruppe zusammen (drei bis fünf Beschäftigte aus einem Arbeitsbereich, ein Betriebsarzt, eine Sicherheitsfachkraft und ein Betriebsratsmitglied). Ausgangspunkt und Gesprächsthema im Gesundheitszirkel ist das Erfahrungswissen der Beschäftigten über beanspruchende Arbeitsbelastung. Dieses Erfahrungswissen wird im Gesundheitszirkel aktiviert und im Dialog mit den anderen Zirkelmitgliedern aus unterschiedlicher Perspektive geprüft und kommentiert. Thematisch erfolgt eine Begrenzung auf Arbeitsbedingungen im Betrieb, aber ohne inhaltliche Festlegung im Einzelnen. Die Wahl der Einzelthemen bestimmt der Zirkel selbst. Die gesamte Bandbreite der Arbeitsbedingungen steht der Erörterung offen. Am Ende des Gesundheitszirkels stehen praktische Änderungsvorschläge und Maßnahmen. Im Gesundheitszirkel des WHS wurden nun von den TeilnehmerInnen folgende Themen als relevant angesehen:

Physische Gesundheit

Der Gesundheitszirkel sieht es als wichtig an, Ernährungsvorschläge für die MitarbeiterInnen im Außendienst zu machen, insbesonders sollen
  1. Fortbildungen zur Ernährung,
  2. ein Kochkurs, der auf die besonderen Bedürfnisse der extramuralen MitarbeiterInnen eingeht, und
  3. ein Vortrag von Sasha Walleczek gebucht werden. Weiters ist das Suchtverhalten der MitarbeiterInnen ein Thema. Personalküche und spezielle Aufenthaltsräume in den Standorten sollen rauchfrei sein und eigene Raucherzimmer geschaffen werden. Nichtraucher sollten ihre Pausen nicht im Raucherkabinett verbringen müssen. Besonders im Hinblick auf dem Umzug sollte darauf Wert gelegt werden, den Nichtraucherschutz räumlich umzusetzen.

Psychische Gesundheit

(1)Die Arbeitszufriedenheit der MitarbeiterInnen kann durch Arbeitszeitmodelle, die auf individuelle Bedürfnisse der MitarbeiterInnen Rücksicht nimmt, erhöht werden. Hierzu werden die Arbeitszeitmodelle verschiedener Organisationen auf ihre Vor- und Nachteile begutachtet (Wiener Sozialdienste, Adventmission, Hilfswerk, Volkshilfe). Hr. Millonig wird ebenfalls Vorschläge aus anderen Arbeitsdisziplinen vorstellen.

(2) Die Arbeitszufriedenheit wird auch durch die klare Formulierung der Tätigkeiten (was darf man, was ist gesetzlich verboten) determiniert. Es wurden einige Beispiele aus dem Arbeitsalltag genannt und einige Grauzonen identifiziert, die zu psychischen Belastungen der MitarbeiterInnen führen (können). Aus diesem Anlass wird eine Befragung der MitarbeiterInnen in Meetings durchgeführt. Es wird empfohlen, die InnendienstmitarbeiterInnen im Bezug auf Stellenbeschreibungen der einzelnen Berufsgruppen besser zu schulen, um den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden.

(3) Um die Motivation der MitarbeiterInnen zu fördern, sollen in den Fortbildungen jene Gesundheitspräventiven Maßnahmen Eingang finden, die von den TeilnehmerInnen der Gesundenuntersuchung als besonders interessant genannt wurden.

Bereits erreichte Ergebnisse:
  1. Diskussion von Arbeitszeitmodellen
  2. Fokussierung der Fortbildung auf Gesundheitsprävention
  3. Identifikation von Grauzonen im Arbeitsalltag
  4. Einführung von Formularen zur Barabhebung (verwaltet in den Standorten)
  5. Lösung von Softwareproblemen im open care
  6. Mitarbeiterbefragung bezüglich Grauzonen und praktizierten und gewünschten Arbeitszeitmodellen
Was noch zu tun ist:
  • Ausarbeitung von einem guten Arbeitszeitmodell
  • Fortbildungen zum Thema Gesundheitsbewusstsein und
  • Vorschläge für den Umzug.
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